Die Dampfkabine, Wellness in den eigenen vier Wänden

Schwitzen tut Geist und Körper gut, die Seele entspannt sich, der Körper wird entschlackt. Auch die Haut profitiert und reinigt sich über das Ausscheiden von Schweiß. Aber regelmäßig in die Sauna gehen, wenn diese nicht unbedingt um die Ecke liegt? Nein, das ist vielen viel zu aufwendig. Wie wäre es denn mit einer eigenen Dampfkabine? Das ist Wellness pur und bringt Gesundheit sowie Spaß am Schwitzen in direkter Nähe!

Selbst bauen oder bauen lassen?

 Ein Dampfbadgenerator versorgt Sie mit der für Sie passenden Menge Dampf. Selbstverständlich ist er regelbar und passt sich so Ihren individuellen Bedürfnissen an.

Natürlich gibt es fertige Dampfkabinen zu kaufen. Diese sind vom Fachmann rasch aufgestellt und angeschlossen und versehen dann zuverlässig ihren Dienst. Diese Modelle sind als Dampfkabinen für eine oder zwei Personen geeignet. Allerdings sind mit dem professionellen Einbau auch deutlich höhere Kosten verbunden. Daher kommen nicht wenige Liebhaber des Heim-Schwitzens auf die Idee, eine Wohlfühloase wie die Dampfkabine selbst zu bauen.
Wichtige Punkte, die dabei beachtet werden müssen:

- Alle Werkstoffe müssen für hohe Temperaturen geeignet sein und bis zu 90 °C aushalten.
- Die Werkstoffe müssen hoher Luftfeuchtigkeit standhalten.
- Vorhandene Wände können genutzt werden, müssen aber eine spezielle Wärmedämmung erhalten.
- Die Decke sollte nicht eben sein, sonst sammeln sich hier Wassertropfen. Eine leichte Wölbung oder Neigung ist empfehlenswert.
- Die Oberfläche der Decke sollte glatt sein.

Für die Versiegelung der Wände und Böden kann Flüssigfolie verwendet werden. Danach kann das Dampfbad oder die Dampfkabine mit Fliesen oder Mosaiken verkleidet werden. Wichtig ist, dass der Boden rutschfest ist, denn wenn die Dampfkabine genutzt wird, besteht sonst Unfallgefahr. Ein Bodenablauf sollte ebenfalls vorhanden sein. Zu diesem muss ein leichtes Gefälle realisiert werden.

Das Zubehör

Natürlich braucht die Dampfkabine eine Tür. Hier ist Sicherheitsglas die erste Wahl. Eine Ganzglastür ist sehr gut geeignet, Kunststoff reagiert rasch mit Schimmelbildung an Stellen, die weniger leicht gereinigt werden können. An der Unterseite der Tür sollte ein Luftschlitz vorhanden sein, damit die Frischluft in die Kabine dringen kann. Ein Wärmestau im Dampfbad wird damit verhindert.

Nötig ist natürlich ein Dampfgenerator, der für die Erzeugung des Dampfes zuständig ist. Er ist an die Wasserversorgung angeschlossen. Ist das Wasser in einer Region sehr hart, sollte eine Wasserenthärtungsanlage zwischengeschaltet werden. Der Dampfgenerator kann in bis zu fünf Metern Entfernung angeschlossen sein, beispielsweise in einem belüfteten Schrank. Der Dampf strömt durch ein Rohr aus Kupfer, welches mindestens ½ Zoll aufweisen sollte, in die Dampfkabine. Hierfür sind übrigens auch fertige Dampfrohre erhältlich.
Wichtig: Der Dampfgenerator muss waagerecht montiert werden und darf keiner Feuchtigkeit ausgesetzt sein. Er darf daher nicht luftdicht verbaut werden. Es ist möglich, den Generator im Dampfsitz unterzubringen, hier müssen allerdings eine Öffnung für Frischluft sowie eine sogenannte Serviceöffnung vorhanden sein. Für den Anschluss des Dampfgenerators kann warmes oder kaltes Wasser verwendet werden. Sofern Warmwasser eingesetzt wird, verkürzt sich die Zeit des Aufheizens.

Die Dampfleitung wird leicht abfallend verlegt und darf auf keinen Fall einen Knick aufweisen. Darin sammelt sich ansonsten Wasser und es bildet sich ein Wassersack.

Der Temperaturfühler wird am besten auf Kopfhöhe angebracht, das heißt, er hängt dann in einer Höhe von 130 bis 150 cm. Der Grund ist, dass hier am ehestens festgestellt werden muss, wie warm oder kalt es in der Dampfkabine ist. Vereinfacht gesagt: Wird die Temperatur am Kopf als zu hoch empfunden, ist sie es meist auch. Ein Blick auf das Thermometer reicht dann, um herauszufinden, ob die Temperatur noch in Ordnung ist oder nicht.

Wichtig ist, dass die Dampfdüse auf keinen Fall unter einem Sitz montiert wird. Die Verbrühungsgefahr ist einfach zu groß.

Weitere Aspekte

Die Dampfkabine muss gut isoliert sein. Je besser die Isolierung ist, desto schneller kann die gewünschte Temperatur erreicht werden. Vermieden werden sollte außerdem eine unnötig hohe Deckenhöhe. Es braucht zu viel Energie, die gesamte Kabine zu erwärmen.
Wer den Sitz gern vorgeheizt hätte, sollte unbedingt selbigen mit Heizleitungen versehen. Dann kann bei Bedarf die Sitzfläche auf 38 °C vorgeheizt werden.

Die Dampfkabine braucht keine spezielle Entlüftung. Ein Röhrenventilator ist völlig ausreichend. Auch ein Fenster, welches sich im Dampfbad befindet, genügt. Wichtig ist in jedem Fall, dass gut gelüftet werden kann, ansonsten wird der Schimmelbildung Vorschub geleistet. Ist kein Fenster vorhanden, sollte wenigstens ein Raumentfeuchter eingesetzt werden.

Wichtig: Wird die Dampfkabine selbst gebaut, sollte sie von einem Fachmann abgenommen werden, sofern keine ausreichenden handwerklichen Kenntnisse vorhanden sind. Denn nur so steht dem gefahrlosen Schwitzen nichts im Wege und es wird verhindert, dass der Spaß am Dampfbad durch technische Probleme rasch ein Ende gemacht wird.

Warum ist das Schwitzen sinnvoll?

Schwitzen hat positive Auswirkungen auf den gesamten Körper. Die Haut wird von Unreinheiten befreit, weil diese einfach mit dem Schweiß nach außen getragen werden. Das Immunsystem wird durch die Temperaturreize gestärkt. Der Körper wird dazu angeregt, mehr Abwehrkräfte zu entwickeln. Insofern ist das Schwitzen vor allem in der Erkältungszeit sehr gewinnbringend. Doch auch während des übrigen Jahres sollte auf die positiven Effekte des Schwitzens nicht verzichtet werden. Viele Menschen, die regelmäßig in die Sauna oder eben in die Dampfkabine gehen, berichten davon, wie wohl sie sich fühlen würden, wenn sie beim Schwitzen einmal richtig ausspannen würden. Hier ist kein Platz für negative Gedanken und niemand kann sich mit Laptop oder Smartphone in die Kabine setzen. Der Körper hat also endlich einmal die Zeit, sich wirklich zu entspannen.

Nach der Schwitzkur sollte der Körper ausreichend Zeit haben, sich zu erholen. Natürlich ist das Schwitzen auch „zwischendurch“ möglich, allerdings ist es ratsam, sich hierfür bewusst Zeit zu nehmen. Daraus entwickelt sich ein Ritual zur Entspannung, welches im hektischen Alltag durchaus wichtig ist.

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