Unterschied zwischen Infrarotkabine und einer Sauna

Wohlige Entspannung oder ungemütliches Warten auf Erlösung - den Unterschied bringt das Klima in der Saunakabine ans Licht. Die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit sind entscheidend. Dabei fühlt sich nicht jeder Saunagänger in einer schwülen Sauna wohl, sondern bevorzugt vielleicht eher eine trockene Atmosphäre in angenehmeren Temperaturen. Kein Wunder also, dass es so viele verschiedene Saunaformen auf der Welt gibt. Die wohl gravierendsten Unterschiede finden Saunafreunde wohl bei einem Vergleich der verschiedenen Saunaarten wie finnische Sauna, Biosauna oder Dampfbad mit den modernen Infrarotkabinen vor.

Unterschiedliche Techniken bringen unterschiedliche Wirkungen mit sich

Während die Luft in der Sauna durch einen Saunaofen auf die gewünschte Temperatur aufgeheizt werden muss und entsprechend eine längere Vorlaufzeit benötigt, ist eine Infrarotkabine schon nach sehr kurzer Zeit einsatzbereit. Anders als in der Sauna wird hier nämlich nicht die Umgebungsluft erhitzt, sondern die Infrarotstrahlen erwärmen direkt den Körper. Die Infrarotstrahlen treffen dabei direkt auf die Haut des Saunagängers. Der Körper absorbiert die Strahlen und die Moleküle werden in Schwingungen versetzt. Direkt im Unterhautgewebe wird damit Tiefenwärme erzeugt, die für das gesunde Schwitzen verantwortlich ist. Während in der Sauna die Hitze in der Kabine fürs Schwitzen zuständig ist, erzielt die Einwirkung der Infrarotstrahlen ein Schwitzen von innen heraus, dass dem Schwitzen beim Sport sehr ähnlich ist.

Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden

Die regelmäßigen Saunagänge in die finnische Sauna wirken sich durch das Wechelspiel von heiß und kalt stärkend auf das Immunsystem aus und trainiert den Kreislauf. Der Stoffwechsel wird angekurbelt und die Durchblutung angeregt. Durch das starke Schwitzen wird sowohl die Haut gereinigt und Schadstoffe werden aus dem Körper ausgeschwemmt. Durch die Wärme lockern sich auch die Muskeln und die Sehnen werden gedehnt.

Insbesondere Sportler bevorzugen allerdings einen Besuch in der Infrarotkabine, um einen Muskelkater loszuwerden oder die Muskeln zu lockern. Die Tiefenwirkung der Infrarotstrahlen, die zu 80 % in den Körper eindringen, sorgt für ein gesundes Schwitzen wie es natürlicher Weise auch bei schwerer körperlicher Tätigkeit oder Sport auftritt. Dadurch wird die Durchblutung gefordert und die Entschlackung des Körpers beschleunigt. Durch die optimale Versorgung mit Sauerstoff während des Schwitzganges wird der Energiehaushalt gesteigert, Gelenkreizungen werden gelindert und Muskelverspannungen lösen sich.

Unterschiedliche Klimaverhältnisse

Zunächst fällt ins Auge, dass sich die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in einer traditionellen finnischen Sauna stark von denen in einer Infrarotkabine unterscheiden. Während in der finnischen Sauna ein Raumklima von 80 bis 100 Grad Celsius und einer gewissen Luftfeuchigkeit vorherrscht, zeigt sich die Infrarotkabine mit angenehmen 45 bis 60 Grad und geringer Luftfeuchtigkeit sehr viel kühler. Hinzu kommt, dass die klimatischen Verhältnisse in der Infrarotkabine konstant bleiben, während in der finnischen Sauna insbesondere durch den Saunaaufguss starke Schwankungen hervorgerufen werden, die nicht jedermanns Sache sind.

Vorbereitungen für die Anwendung

Der große Unterschied in den Vorbereitungen liegt eigentlich nur im Aufheizen der Kabine. Denn die finnische Sauna benötigt um einiges länger, um auf die richtige Temperatur gebracht zu werden, denn der Saunaofen muss ja erst vorglühen. Die Infrarotkabine schaltet man ein und schon kann es nach ca. 15 Minuten losgehen. Ansonsten sollte vor jedem Saunagang, egal ob klassische Sauna oder Infrarotkabine, nicht nur aus hygienischen Gründen eine ausgiebige Dusche und ein gutes Abtrocknen erfolgen. Dies entfernt nämlich den Fettfilm von der Haut und bereitet diese damit für das gesunde Schwitzen vor.

Die Rituale des Kabinenbesuches

In der Sauna sucht man sich seinen Platz entweder auf der obersten Bank, wo es am heissesten ist oder eine Etage tiefer. Der Saunagang sollte zwischen 8 und 15 Minuten dauern und wird häufig von einem Aufguss begleitet, der die Luftfeuchtigkeit kurzzeitig stark erhöht. Danach beginnt die Abkühlphase mit einem Gang an die frische Luft, der folgenden kalten Dusche und einem Sprung ins eiskalte Tauchbecken. Es folgt eine Ruhephase, in der sich der Saunafreund völlig entspannen sollte, bis der nächste Saunagang beginnt. In der Regel werden drei Saunagänge pro Saunabesuch absolviert.

Die Infrarotkabine ist da etwas einfacher gestrickt. Da die Infrarotstrahlen in der gesamten Kabine gleichmäßig auf den Körper treffen, ist es relativ egal wo man seinen Platz einnimmt. "Reinlegen und sich wohlfühlen" heisst die Devise. Auch die Länge der Saungänge variieren enorm. Eine Anwendung in der Infrarotkabine kann ruhig bis zu 30 Minuten dauern, ohne gesundheitlich Einschränkungen zu erzeugen. Danach sollte man sich natürlich auch abkühlen, wie nach jedem klassischen Saunagang auch und eine entspannende Ruhephase hat sicher auch noch niemandem geschadet. Richtig gut gehen lassen und die Seele richtig baumeln lassen, dass kann man allerdings in beiden Kabinen, egal ob klassische Sauna oder Infrarotkabine.

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